Teil C: Aktuelle Fragen aus dem
Jahresgutachten
2002/03 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung
ZWANZIG
PUNKTE FÜR
Quelle: www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de
, viertes und
fünftes Kapitel
Die Hörer
werden gebeten, sich das Jahresgutachten aus dem Internet herunterzuladen.




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–
Die
Arbeitsnachfrage stärken
–
Den
Anspruchslohn senken
–
Für
mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt sorgen
–
Widerstände
von Interessengruppen überwinden





KMU = Betriebe
bis 500 Beschäftigte
Oder bis 50
Mio. € Umsatz
–
99,7
% der Unternehmen sind mittelständische Unternehmen
–
50
% der gesamtwirtschaftlichen Umsätze entfällt auf KMU
–
78
% aller Beschäftigten in KMU
–
KMU
bilden 80 % der Lehrlinge aus
–
KMU
haben hohe Einstellungsflexibilität
–
Aber
auch hohe Konkurswahrscheinlichkeit
–
Eigenkapitalquote
auf 20 % gesunken (1/3 unter 10 %)
–
KMU
leiden unter überproportional hohen Bürokratiekosten
–
Großbanken
ziehen sich aus Kreditgeschäft mit KMU zurück
–
Noch
immer hohe Zugangshemmnisse zum Handwerk („Großer Befähigungsnachweis“)
–




^

–
Summe
der Sozialbeiträge 41 %
–
Belastung
des Faktors Arbeit reduzieren


–
Steuerquote
23 %
–
Dennoch
hohe anreizschädigende Effekte
–
Gleichheitsgrundsatz
der Besteuerung verletzt
–
Deutschland
im internationalen Steuerwettbewerb 2. Liga
Reformoptionen:
– Abschaffung der Gwerbesteuer
– Zuschlag der gemeinden zur Einkommen- und Körperschaftsteuer
– Annäherung von Spitensatz der Einkommensteuer und der Körperschaftsteuer
– Abgeltungssteuer auf Zinseinkommen
– Stärkeres gewicht der indirekten Steuern bei gleichzeitiger Senkung der direkten Steuern
– Zukunftsvision:
Einführung einer „negativen Einkommensteuer“



–
Staatsquote: 48,6 %
–
Anteil der staatlichen
Investitionsausgaben am BIP in dreißig Jahren halbiert (1,6 %)
–
Umschichtung von den
konsumtiven Ausgaben zu den Investitionen erforderlich
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–
Verschuldung
reduziert auf lange Frist den Ausgabenspielraum des Staates
–
Negative
Wachstumswirkungen der Staatsverschuldung (crowding out)
–
Staatsverschuldung
bedeutet in Zukunft höhere Steuerbelastung
–
Verschuldung
führt zu höheren Realzinsen
–
Fazit:
Defizite entschlossen abbauen; nur ein konjunkturelles Defizit sollte
vorübergehend hingenommen werden



–
Effizienzvorteile
des dezentralen Föderalismus gegenüber Zentralismus
–
Aber:
zunehmendes Politikversagen
–
Klare
Aufgabenteilung erforderlich
–
Ausgabenverantwortung
stärken
–
Abbau
von Mischfinanzierungen
–
Einnahmenautonomie
stärken
–
Engeren
Zusammenhang zwischen Einnahmen und Ausgabenverantwortung herstellen
Fazit: Reform des Föderalismus und der Finanzverfassung überfällig



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·
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·

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Politikbereiche
im Einzelnen

–
4
Mio. Pers. AL
–
zusätzlich:
1,7 Mio. Pers. Stille Reserve




–
Hoher
Grenzsteuersatz auf das Arbeitseinkommen
–
Hoher
Grenzabgabensatz zur Finanzierung der Sozialversicherung
–
Von
120 € Arbeitgeber-Lohn fließen 65 € an
Staat (bei Alleinstehenden 74 €)
–
Grenzabgabensatz
58 %
–
Großer
Keil zwischen Arbeitskosten und Nettolöhnen


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- Anspruchslohn = Lohn, den
der Arbeitslose erwartet
- Anspruchslohn beeinflusst
Suchverhalten und Arbeitsbereitschaft
- Anspruchslohn u.a. abhängig
von sozialer Sicherung (ALO-Geld, ALO-Hilfe)
- Anspruchslohn in D relativ
hoch
- Gewerkschaften stimmen nur
Tariflöhnen zu, deren Nettoeinkommen > Anspruchslohn
- Z.T. Forderung: Staat soll
Differenz zwischen Anspruchslohn und tatsächlichem Lohn bei Niedriglohngruppen
durch Lohnsubventionen schließen
- Alternative: Senkung des
Anspruchslohns
- Lohnsubventionen ohne
Senkung des Anspruchslohns nicht finanzierbar
- Daher:



- Sozialhilfe erreicht etwa 70
% des Nettoeinkommens der untersten Lohngruppe in der Industrie
- In manchen Branchen (Hotel,
Gaststätten, Gebäudereinigung, Gartenbau ...) erreicht die Sozialhilfe das
Nettomarkteinkommen
- Daher geringe Anreize zur
Arbeitsaufnahme



- Rigiditäten und Starrheiten
am Arbeitsmarkt mindern
- Rigiditäten verlängern
Krisen und verzögern Beschäftigung im Aufschwung
- Ungünstigerer
OKUN-Zusammenhang (Korrelation zw. Bg und BIP) in D als in USA
- Rigiditäten entscheidende
Ursache für fehlende Beschäftigungsdynamik und für mangelnde Wachstumsdynamik
Ausprägung von Rigiditäten:
- Lohnstarrheiten
- Arbeitszeitstarrheiten
- Zeitbedarf betriebl.
Entscheidungsprozesse
- Beschäftigungsflexibilität







Ø
Produktivitätsorientierung
minus X %




















–
Begrenzter
Spielraum für weitere Steuersenkungsprogramme
–
Dennoch
steuerpolitischer Handlungsbedarf
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–
Ungleiche
Besteuerung von Renten und Pensionen
–
Nachgelagerte
Besteuerung vorzuziehen
–
Doppelbesteuerung
vermeiden
–
Beiträge
zur Rentenversicherung steuerlich freistellen
–
Nur
in einem Stufenplan realisierbar
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–
Ersatz
der Gewerbesteuer durch einen kommunalen Zuschlag zur Einkommen- und
Körperschaftsteuer
–
Alternative:
Revitalisierung der Gewerbesteuer zu einer kommunalen Wertschöpfungssteuer
–
Integration
von Einkommenstuer und Körperschaftsteuer






–
Ende
–
Quelle: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2002/03 (www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de)